01. July 2026

Halbzeitbilanz 2026: LEADER-Region Dübener Heide Sachsen-Anhalt zieht positive Zwischenbilanz

Die LEADER-Region Dübener Heide Sachsen-Anhalt hat im Juni 2026 ihren offiziellen Zwischenevaluierungsbericht für die laufende Förderperiode 2023–2027 vorgelegt. Der Bericht, der am 03.06.2026 von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) einstimmig beschlossen wurde, basiert auf einer umfassenden Auswertung der Monitoring-Daten sowie einer anonymen Online-Befragung von LAG-Mitgliedern und Projektbeteiligten. Das Gesamtergebnis zeigt: Der LEADER-Ansatz in der Region ist hochrelevant und mobilisiert erhebliche finanzielle Mittel für die Heimatentwicklung.

Starke Bilanz bei Projekten und Budgets

Der Region steht für die gesamte Förderperiode ein Gesamtbudget von rund 11,9 Millionen Euro (aus den EU-Fonds ELER, EFRE und ESF+) zur Verfügung. Die Umsetzung schreitet zügig voran: Bereits 78 % der Mittel (ca. 9,3 Mio. Euro) sind gebunden und 37 % bereits fest bewilligt.

Insgesamt wurden 126 Projektvorhaben beim Regionalmanagement angemeldet, von denen die LAG bis Ende 2025 bereits 70 erfolgreich ausgewählt hat. Diese Projekte lösen Gesamtinvestitionen von über 23 Millionen Euro in der Region aus. Besonders erfreulich: Mit einem Anteil von 46 % wird fast die Hälfte aller Vorhaben von privaten Akteuren getragen. Zudem zeigt sich ein starker Hebeleffekt: Jeder investierte Euro an Fördermitteln aktiviert zusätzliche 1,21 Euro an privatem oder kommunalem Kapital.

Entwicklung in den Handlungsfeldern

  • HeideHeimat (HF 3): Dieses mit 50 % des Budgets bewusst priorisierte Handlungsfeld läuft mit 54 Projekten besonders erfolgreich und stärkt spürbar das bürgerschaftliche Engagement und die soziale Infrastruktur vor Ort.
  • BeschäftigungsReich (HF 1): Bei der Unterstützung von Kleinunternehmen und der Sicherung von Arbeitsplätzen wurden die gesteckten Ziele für 2025 bereits übertroffen.
  • NaturReich (HF 2): Während im Bereich der Nachhaltigkeitsbildung hohe Reichweiten erzielt wurden, nutzen Akteure für klassische Umwelt- und Gewässerprojekte vorrangig andere Landesfachprogramme, sodass LEADER-Ressourcen hier gezielt geschont werden konnten.

Bestnoten für das Regionalmanagement

Die Akteure vor Ort stellen der Arbeit des Regionalmanagements ein glänzendes Zeugnis aus: In den Umfragen vergaben die LAG-Mitglieder im Schnitt die Note 1,6 und die Projektträger die Note 2,0. Gelobt wurden insbesondere die hohe Beratungsqualität, die transparente Projektauswahl und das partnerschaftliche Miteinander auf Augenhöhe. Die Identifikation mit dem Programm ist enorm hoch: Rund 75 % bis 80 % der Befragten würden das LEADER-Programm im Bekanntenkreis uneingeschränkt weiterempfehlen.

Herausforderungen und Blick nach vorn

Trotz der Erfolge verweist der Bericht auf deutliche Reibungspunkte durch gestiegene bürokratische Anforderungen. Wachsende Dokumentations- und Prüfpflichten verschieben wertvolle personelle Ressourcen zunehmend von der kreativen Projektarbeit hin zur reinen Verwaltung. Vor allem die starre 6-Monats-Frist zur formellen Antragstellung auf Landesebene setzt Projektträger – insbesondere ehrenamtliche Vereine – unter erheblichen Druck.

Für die verbleibende Laufzeit setzt die LAG Dübener Heide auf Kontinuität und neue Impulse. Die Strategie bleibt stabil. Künftig sollen Kooperationsprojekte noch intensiver begleitet, die digitale Transformation vorangetrieben und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt darauf ausgerichtet werden, die erzielten Projekterfolge in der Region sichtbar zu machen.